Tübingen brennt!

AK Aufklärung

Wir versuchen Kritik und Vorurteilen, die gegenüber der Kupferbaubesetzung bestehen und an uns herangetragen wurden, nachhaltig zu begegnen. Zum Einen indem wir die Kritik in das Plenum weitertragen und versuchen herauszubekommen, was da genau dran ist und wie man das Auftreten der Besetzung unseren Zielen entsprechend verbessern könnte. Zum Anderen indem wir Vorurteilen gezielt mit Informationsmaterial entgegenwirken wollen.

Nächstes Treffen und weitere Informationen zu unserer Arbeit findet ihr auf unserer Wikiseite:

http://wiki.ernst-bloch-uni.de/wiki/AK_Aufklärung

Gegen den Bildungsstreik?

Dieser Text soll ein Versuch sein, auf häufig vorgetragene Kritik an der Kupferbau-Besetzung zu antworten, vielleicht findest Du auch deine Punkte darunter…

1. Der Protest bringt doch eh nichts….

Es muss bewusst sein, dass eine Änderung der Studiensituation, die durch jahrzehnte-lange Verfehlungen in der Bildungspolitik entstanden ist, nicht über Nacht erfolgreich sein kann. Durch die Besetzungen wurde als erster Erfolg die Bildungsmisere in das Licht der Öffentlichkeit gerückt. In Österreich war Bildungspolitik bereits Thema einer aktuellen Stunde im Bundesparlament. Die meisten Verantwortlichen sehen sich plötzlich zur Rechtfertigung genötigt. Der Druck der bundesweiten Besetzungen zeigt also Wirkung! Es kommt nun darauf an, den Druck aufrecht zu erhalten, bis konkrete Forderungen erfüllt sind.

2. Die Besetzer stören die Bildung, mehr als sie ihr nutzen…

Unser Ziel ist eine nachhaltige Verbesserung der Studiensituation. Dafür müssen wir politischen Druck aufbauen und dafür benötigen wir eine Arbeitsbasis, von der aus wir gehört werden und mit KommilitonInnen diskutieren können. Den Lehrbetrieb zu behindern ist nicht unserer Absicht! Bis jetzt hat uns die Univerwaltung mit der Organisation von Ersatzräumen allerdings alleine gelassen. Trotzdem mussten nur sehr wenige Vorlesungen tatsächlich ausfallen. Mit unserem Umzug in HS21 können nun alle Lehrveranstaltungen stattfinden.

3.Die schwingen doch nur lange Reden…

Wer ins Plenum kommt, mag zuerst glauben, dass dort vor allem lange debattiert wird. Wir ziehen die breite Partizipationsmöglichkeit unseres basisdemokratischen Konzepts bewusst undurchsichtigen Hinterzimmer-Beschlüssen vor. Basisdemokratie hilft dabei, die Ausbildung von Hierarchien zu vermeiden und fördert die Akzeptanz der Plenumsbeschlüsse. Schließlich soll allen Betroffenen (also Dir) die Mitsprache ermöglicht werden.

4. Dort sind alles „Linke“ / der Protest ist zu „ideologisch“…

Das Kupferbau-Plenum sieht sich als ein pluralistischer Zusammenschluss von Interessierten, die an der Bildungssituation etwas ändern wollen. Eine Kategorisierung nach veraltetem gesellschaftlichem Gruppendenken lehnen wir ab. Protest kann grundsätzlich nicht unpolitisch sein, unsere Bewegung bindet sich aber in keiner Weise an eine bestimmte Ideologie. Im Kupferbau ist jede/r willkommen, der sachlich diskutieren will. Der Protest basiert auf Argumenten und Eigeninitiative, nicht auf politischen Grundhaltungen.

5. Denen kommt‘s doch nur auf Radau und Spaßprotest an…

Das ist eindeutig falsch und eine ziemlich unreflektierte Aussage. Viele von uns haben bereits mehrere Nächte im eher unbequemen Kupferbau geschlafen um mit dem Protest morgens 8 Uhr in den Vorlesungen präsent zu sein. Das Plenum hat sich in einer der ersten Sitzungen gegen exzessiven Alkoholkonsum ausgesprochen und wir kooperieren mit den Hausmeistern um Müll und Schäden zu vermeiden. Das die Arbeit auch Spaß machen soll steht ihrem inhaltlichen Ernst nicht entgegen. „Wenn ich nicht tanzen kann, dann ist es nicht meine Revolution“ (Emma Goldmann)

6. Das Kupferbau-Plenum ist nicht als studentisches Sprachrohr legitimiert…

Die Frage ist, wer dann? Dies ist ein Zusammenschluss von Leuten die sich für eine bessere Bildungssituation einsetzen und jeder kann dazu kommen. Bildung ist ein gemeinschaftlichen Gut und von gesellschaftlichem Interesse. Ein geeignetes Gremium an unserer Hochschule gibt es nicht, da sich der Asta laut Landeshochschulgesetz nicht politisch äußern darf.

7. Das sind alles langhaarige Bombenleger / Gammler / faule Studenten die ihr Studium nicht schaffen…

Die Verwendung solcher dummer Floskeln ist den Angehörigen einer Hochschule nicht angemessen. Das Kupferbau-Plenum ist offen für Kritik, diese muss aber sachlich und argumentativ sein.

8 .Die nerven langsam…

…sagen die einen – die anderen fühlen sich über das Anliegen des Protests immer noch zu wenig informiert. Ein Spagat, der sich nur schwer vollziehen lässt. Grundsätzlich kann der Protest aber nur in der Öffentlichkeit erfolgreich sein, deswegen: lieber einmal zu viel Protestiert als einmal zu wenig.

MACH DICH SCHLAU! Komm‘ in Kupferbau!
Jede und jeder ist herzlich willkommen!

Tübingen brennt!

Die ehemaligen Kupferbau-Aktivisten sind längst Teil des Tübinger Bildungsstreiks.
Die Termine des "Gesamt-Bildungsstreiks" finden sich auf der Website der Tübinger Bildungsstreik-Kampagne unter tuewas.org

zum Tübinger Bildungsstreik

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